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„Nacht der Retter“ – MHH und Traumastiftung ehren Helfer in der Not

9. November 2007 - Talkrunde mit ehemaligen Traumapatienten und ihren Rettern

Kaum einer macht sich bewusst, wie viele Menschen bei der Unfallversorgung in einer ‚Rettungskette‘ beteiligt sind. Menschen, die ihre schwere und verantwortungsvolle Arbeit unter oft schwierigsten Bedingungen ganz selbstverständlich leisten. Diesen meist unbenannten Helfern möchten wir ein Gesicht geben und sie exemplarisch ehren. In der ‚Nacht der Retter‘ standen diese Menschen ganz im Mittelpunkt. Die Traumastiftung hat vier ehemalige Traumapatienten ausgewählt, die nach schwerem Unfall wieder ‚zurück ins Leben‘ gefunden haben. Exemplarisch wurden tatsächlich Beteiligte aus der jeweiligen Rettungskette von damals ausgewählt, also der Laienhelfer, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Notärzte, Schwestern, Pfleger, Chirurgen bis hin zur Krankengymnastin, die bei der Nacht der Retter ausgezeichnet wurden.

Geschichten, die unter die Haut gehen:

Vanessa Langer

Vanessa Langner war zu Fuß auf dem Weg zu einer Probe der Tanzgruppe des ortsansässigen Karnevalvereines Meinersen, als ein PKW bei Eisglätte von der Fahrbahn abgekommen war und sie erfasst hat. Dabei kam es zur Einklemmung beider Beine zwischen Fahrzeug und einer ca. 60 cm hohen Steinmauer. Die  Patientin wird vom Notarzt mit dem Amputaten in die MHH gebracht.  Im Schockraum der MHH mussten die Chirurgen eine bedauerliche Feststellung machen: Ein Wiederannähen des Beines war nicht möglich. Aber damit nicht genug. Auch auf der anderen Seite waren die Quetschungen so massiv, dass auch das andere Bein nicht erhalten werden konnte.

Frauke Koch-Büttner

Frauke Koch-Büttner war in Ihrem Wohnort Wunstorf-Luthe als Fahrerin eines Toyota-Geländewagens mit einem LKW kollidiert und anschließend gegen einen Stahlpfeiler geprallt, hat sich mehrfach überschlagen und blieb  letztlich auf dem Fahrzeugdach liegen. Sie hing bei Bewusstsein verkehrt herum zwischen den Sitzen, das Auto ließ sich wegen verklemmter Türen nicht öffnen, und verspürte zunehmend Luftnot und Angst, weil sie bemerkte wie ihr Brustkorb langsam voll lief. Die nach einer dramatischen und schwierigen Bergung zunehmende Kreislaufschwäche besserte sich auch im Schockraum der MHH nicht trotz sofortiger und massiver Gabe von Blutkonserven. Die schicksalsentscheidende Frage für Professor Gerich, damals Leiter des Schockraumteams: ‚…waren die Bauchblutungen Ursache für den schweren Kreislaufschock …  oder aber die zunehmende Blutung in den Herzbeutel, die innerhalb kürzester Zeit zum Tode führen kann?

Stefan Meier

Stefan Meier war als Fahrer eines Kleintransportes auf einer Landstrasse bei regennasser Fahrbahn in einer Kurve von der Straße abgekommen und mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum geprallt. Von einem zufällig vorbeifahrenden Mannschaftsbus eines Fußballvereines war Polizei und Feuerwehr alarmiert worden. Technische Rettung des mit beiden gebrochenen Beinen im Fahrzeugfußraum eingeklemmten Patienten erfolgte durch die Freiwillige Feuerwehr Freden. Wegen starker Schmerzen wird der mit seinen offenen Unterschenkeln eingeklemmte Patient narkotisiert und muss künstlich beatmet werden, was in dem engen Fahrzeug sehr schwierig war. Es zeigte sich, dass er zusätzlich schwere Verletzungen hatte, aus denen er ebenfalls viel Blut verlor, darüber hinaus war eine Lungenseite voll Blut gelaufen und erschwerte die Beatmung, drohte den Patienten zu ersticken. Es erfolgt der sofortige luftgebundene Transport mit Rettungshubschrauber Christoph 4 in die MHH. Das Schock­raum­team war informiert und erwartet den Patienten bereits. Lebensrettende Sofortmassnahmen wurden sofort eingeleitet, der Patient in den OP gebracht und in der Folge mit zahlreichen aufwändigen Eingriffen behandelt.

 

Isabell Werth

Isabell Werth ist die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt. Viermal Olympisches Gold und zweimal Silber, sechsfache Weltmeisterin, 12 mal Europameisterin. Den Titel "Dressur-Königin" hat sich die Rheinbergerin redlich verdient. Dabei hat sie, wie die meisten Reiter, ganz klein angefangen. Auf dem elterlichen Bauernhof groß geworden, gehörten Pferde für die spätere Olympionikin von klein auf zu den Spielgefährten. Gerade mal fünfjährig drehte Isabell auf Ponystute Illa ihre Runden, später gab es erste Turniererfolge auf Pony Funny - zunächst ganz zünftig: in heller Reithose und Pulli, eine schwarze Turnierjacke gab's erst später. Dass aus der Jacke später mal ein Frack und ein Mode Label werden sollte, ahnte damals noch niemand.

Doch dann passierte 2002 der Unfall: Ihr scheuendes Pferd war auf einem glitschigen Feldweg weggerutscht und gestürzt, dabei war das rechte Kniegelenk unter dem Pferd, böse zwischen Sattel und Feldweg eingeklemmt worden. Das Millionenpferd lief davon und Frau Werth konnte mit ihrem Handy Hilfe herbeiholen. Es folgte eine Operation in der MHH und intensive Rehabilitation und drei Monate später saß Frau Werth wieder im Sattel, trainierte eisern  … und eilt wieder von Erfolg zu Erfolg, zZt. als amtierende Weltmeisterin, Weltcupsiegerin und  amtierende Europameisterin.

 

Moderation

Die Moderation des Abends hatte Rainer Hirsch, Leiter des ZDF-Landesstudios.